Luxemburg macht sich auf den Weg zum Mond

Luxemburg hat im Jahr 2017 ein Gesetz über die Erforschung und Nutzung von Weltraum-Ressourcen erlassen. Der Mond ist dabei nur ein Ziel unter vielen. Das Großherzogtum strebt die Kommerzialisierung des gesamten Weltraums an.

Am 21. Juli 1969, vor fast genau 50 Jahren um 02:56:20 Uhr UTC betrat mit Neil Armstrong, Kommandant der Apollo 11 Mission, der erste Menschen der Geschichte den Mond. Ihm folgten 11 weitere Personen auf den Erdtrabanten nach. Der letzte landete 1972. Seitdem kam es zu einer Vielzahl an unbemannten Mission. Im Jahr 2020 steht mit der Chang’e 5, einer chinesisches Projekt, die nächste Landung an. Die unbemannte Mission aus der Volksrepublik soll Gestein auf die Erde bringen und eine bemannte Landung in den 2030 Jahren vorbereiten.

Wirtschaftsfaktor Mond

Der Mond hat folglich nichts an seiner Anziehungskraft verloren. Das hängt aber nicht nur mit Mythen und Legend über ihn oder der Physik zusammen. Es geht auch um handfeste ökonomische Interessen. War der Wettlauf um die erste Landung auf dem Mond im Kalten Krieg noch eher Ausdruck von technologischer und militärischer Überlegenheit, geht es heute um Ressourcen. So haben die chinesischen Expeditionen das erklärte Ziel, die Mondoberfläche nach Bodenschätzen abzusuchen.

Die vorherigen Mondmission zeigten dabei bereits: Es steckt einiges wertvolles im Mond. Besonders Titan und andere Erze sind vorhanden. Die Sonden fanden zudem lunares Helium und weitere Element. Das weckt Begehrlichkeiten. So haben die Vereinigten Staaten von Amerika schon ein Weltraumbergbaugesetz verabschiedet. Im Jahr 2015 unterschrieb der damalige Präsident Obama den SPACE Act of 2015, der den Abbau von Ressourcen auf anderen Planeten und Asteroiden regelt.

Luxemburg zielt auf Kommerzialisierung des Weltraums

Neben den großen Playern China und USA hat sich aber auch das Großherzogtum Luxemburg auf den Weg in den Weltraum gemacht. Und die Ambitionen des zweit-kleinsten EU-Mitgliedes sind nicht klein – im Gegenteil. Luxemburg hat im Jahr 2017 ebenfalls ein Gesetz über die Erforschung und Nutzung von Weltraum-Ressourcen erlassen. Der Mond ist dabei nur ein Ziel unter vielen. Das Großherzogtum strebt die Kommerzialisierung des gesamten Weltraums an, also aller Asteroiden und Dienstleistungen wie den Betrieb von Satelliten und Raumstationen.

Luxemburg Space Agency

Um das zu erreichen, hat die Regierung weitreichende Schritte eingeleitet. Neben dem gesetzlichen Rahmen, der Unternehmen die wirtschaftliche Nutzung des Weltraums zusichert, fand die Gründung der Luxembourg Space Agency (LSA) statt. Die LSA zielt darauf, Innovationen und Fähigkeiten in der Raumfahrt zu fördern und Wissen und finanzielle Mittel bereitzustellen.

Dabei arbeitet sie nicht nur in Luxemburg. Das Großherzogtum hat bereits eine enge Zusammenarbeit mit den USA vereinbart. Beide Länder wollen gemeinsam die wirtschaftlichen Möglichkeiten des Weltraums nutzen.

 U.S. Secretary of Commerce Wilbur Ross und Luxemburgs Wirtschaftsminister Etienne Schneider unterschrieben dieses Jahr die Kooperationsvereinbarung zwischen den USA und Luxemburg.
U.S. Secretary of Commerce Wilbur Ross und Luxemburgs Wirtschaftsminister Etienne Schneider unterschrieben dieses Jahr die Kooperationsvereinbarung zwischen den USA und Luxemburg.

Die Regierung stieß die Bemühungen um den Weltraum dabei bereits 2008 an. Mit der Initiative „Space Resources“ förderte das Land die ökonomische Exploration des Kosmos. Luxemburg selbst sieht dies nicht als eine verwegenen Utopie. Vielmehr denke das Land seinen eigenen Geschichte, die durch den Bergbau und die Stahlindustrie geprägt wurde, konsequent weiter. Dass der Bergbau nun in den Weltraum verlagert wird, sei dabei nur konsequent. Gegenüber der Deutschen Presse Agentur sagte der luxemburgische Wirtschaftsminister Etienne Schneider im Jahr 2018: „Ich denke nicht, dass das Science-Fiction ist“.

Luxemburger Unternehmen gründen Vereinigung für Weltraumwirtschaft

Der staatlichen Initiative ging dabei die „Groupement luxembourgeois de l’aéronautique et de l’espace” voraus. Im Jahr 2005 gründeten mehrere öffentliche und private Unternehmen darunter SES, der Weltmarktführer im Bereich Satellitentechnologie mit Sitz in Luxemburg, das Non-profit.

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Die Organisation hat das Ziel, das Großherzogtum zum Zentrum für Weltraumwirtschaft aufzubauen. Es unterstützt dabei den Aufbau des Luxemburger Space Clusters, den die luxemburgische Wirtschaftsförderung organisiert. Neben etablierten Unternehmen zielen die Initiativen auf Startups. Neue Technologien und Geschäftsmodelle will die Regierung fördern und anziehen. Die Akteure aus dem Großherzogtum stehen dabei im engen Austausch mit der European Space Agency. Dadurch wollen sie möglichst viele Synergien zu heben und nah an den Entwicklungen zu sein.

Wirtschaftsminister in Luxemburg zuversichtlich bezüglich Weltraumbergbau

Im Jahr 2018 war für Etienne Schneider klar: Der Bergbau im Weltraum, sei ein Geschäftsfeld, „das Luxemburg von Anfang an beackern will“. „Wir sind klein, aber wir sind innovativ und wir sind sehr wendig“, zitiert ihn die Wirtschaftswoche.

Vielleicht ist der nächste Mensch auf dem Mond deshalb kein Chinese – sondern ein Luxemburger.

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