Was ist los bei BASF? Unsere Analysten antworten

Zu Beginn der Woche hat der Chemieriese BASF einen Gewinnwarnung ausgesprochen. Als Grundstoffhersteller nimmt der Konzern dabei eine besondere Rolle in der Wirtschaft ein. Wir haben deshalb unsere Analysten gefragt, wie die Gewinnwarnung von BASF zu bewerten ist. Hier sind ihre Antworten.

Warum spricht BASF eine Gewinnwarnung aus?

Primär aufgrund der Verlangsamung des globalen Wirtschaftswachstums und einer deutlich schwächeren globalen Industrieproduktion infolge der weiter schwelenden Handelskonflikte haben sich die Geschäftsaussichten für das Gesamtjahr 2019 deutlich eingetrübt. Als Hauptbelastungsfaktor erweist sich insbesondere die Schwäche der globalen Autoindustrie. Diese ist einer der größten Abnehmer für die von BASF hergestellten Produkte. BASF rechnet nunmehr für 2019 mit einem deutlichen Rückgang des EBIT vor Sondereinflüssen von bis zu 30 Prozent. Bisher ging BASF von einem leichten Anstieg des EBIT vor Sondereinflüssen von 1 bis 10 Prozent aus.

Ist die gesamte Branche betroffen?

BASF ist ein breit aufgestellter Chemiekonzern und verfügt über eine diversifizierte Abnehmerstruktur. Chemieunternehmen wie BASF gelten als Frühzykliker, d. h. sie laufen in der Regel der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung voraus. Die Gewinnwarnung von BASF ist daher nicht nur ein Warnsignal für die deutsche Chemiebranche sondern auch für die gesamte deutsche Wirtschaft.

Welche Entwicklung lässt sich prognostizieren?

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China schwebt wie ein Damoklesschwert über der Weltkonjunktur und hinterlässt bereits deutliche Spuren in der Realwirtschaft. Das Konjunkturteam des Handelsblatt Research Institute geht allerdings davon aus, dass US-Präsident Donald Trump mit guten Wirtschaftsdaten im Rücken in den Präsidentschaftswahlkampf 2020 ziehen will. Es spricht daher viel dafür, dass er zur Jahreswende einen Handelsvertrag mit China präsentieren und keine neuen Zölle gegen Europa oder andere wichtige Handelspartner erlassen wird. Das Fahrwasser, in dem sich BASF bewegt, dürfte auch im zweiten Halbjahr 2019  sehr schwierig bleiben.

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