Das Elektroauto hat keine Zukunft – Trendradar Autoindustrie

Die Autoindustrie befindet sich in einem radikalen Umbruch. Handelsblatt Intelligence hat die wichtigsten, zukünftigen Entwicklungen in seinem Trendradar Autoindustrie analysiert: Elektromobilität, Shared Mobility, Nachhaltigkeit, Digitalisierung des Händlernetzes. In diesem Beitrag zeigen wir die Ergebnisse für den Bereich Elektromobilität und beantworten die Frage: Welche Zukunft hat das Elektroauto?

Elektroauto während des Ladevorgangs an einer innerstädtischen Ladesäule.
Der Trendradar Autoindustrie untersucht die Wirkung von Trends in der Automobilbranche. Alle Trends analysieren wir dabei entlang ihrer Handlungsrelevanz. Aktuelle Trends erfordern, dass Unternehmen heute agieren. Der Trend entfaltet bereits Wirkung auf ihr Geschäft. Mittelfristige Entwicklungen müssen Sie hingegen analysieren. Langfristige Trends gilt es zu beobachten. Der Elektroauto-Trend erfordert eine aktive strategische und operative Ausrichtung. Denn der Markt entsteht bereits. Nach wie vor sind die Ladezeiten von Elektroautos hoch, aber die Anzahl der Ladesäulen klein.

Einige Fakten zum Elektroauto

Bevor wir die Zukunft des Elektroautos analysieren, beleuchten wir kurz seine Gegenwart. Wo steht die Elektromobilität im Bereich PKW heute?

Reichweitenangst übertrieben

Neuere Untersuchungen zeigen, dass die Reichweitenangst übertrieben ist. Fahrer von Elektroautos legen im Jahresdurchschnitt rund 16.000 km zurück. Eine Einschränkung der Mobilität lässt sich nicht beobachten. Messungen ergaben, dass einige Fahrer sogar mehr als 50.000 km pro Jahr mit ihrem Stromer zurücklegen.

Interesse nach Elektroautos steigt weltweit

Der Markt für Elektroautos wächst international. Zwar entsteht das Wachstum von einem niedrigen Niveau aus. Aber in China stieg der Absatz von E-PKW im ersten Quartal 2019 zum Vorquartal um 107%, in der EU um 62% und den USA um 30%. Für Verbraucher werden die Stromer folglich immer attraktiver.

Junge Gutverdiener kaufbereit

Elektroautos erfreuen sich besonders bei Personen zwischen 18-39 Jahren großer Beliebtheit. 80% der Jungen könnten sich den Kauf eines Stromers vorstellen. Bei den 39-60 Jährigen herrscht mehr Zurückhaltung. Hier sind nur 50% bereit, einen E-PKW zu kaufen.

Einige Fakten zur Elektromobilität. Weitere Fakten zum Thema Automarkt der Zukunft finden Sie in unserem Trendradar Autoindustrie. Hierin untersuchen wir außerdem die Themen Shared Mobility, Nachhaltigkeit und Digitalisierung des Händlernetzes.
Einige Fakten zur Elektromobilität. Weitere Fakten zum Thema Automarkt der Zukunft finden Sie in unserem Trendradar Autoindustrie. Hierin untersuchen wir außerdem die Themen Shared Mobility, Nachhaltigkeit und Digitalisierung des Händlernetzes.

Infrastrukturausbau dauert

Doch bis die notwendige Netzinfrastruktur aufgebaut ist, die für einen gesamtgesellschaftlichen Schwenk hin zu E-Autos notwendig ist, wird es noch dauern. Der Energieversorger Eon alleine benötigt noch rund 25 Jahre, um sein Netz bis 2045 so auszubauen, dass eine vollständige Versorgung aller E-Autos in seinem Netzgebiet gewährleistet werden kann. Erste Schätzungen gehen von Kosten in Höhe von 2,5 Mrd. € oder 400 € pro Fahrzeug aus.

Mythos Ballungsgebiet

Oft wird das Elektroauto mit der Großstadt assoziiert. Die Annahme dahinter: Nur hier befinde sich die notwendige Ladeinfrastruktur. Dieser Eindruck scheint aus der Reichweitenangst zu entstehen. Umfragen zeigen allerdings: Fahrer von E-Autos wohnen zu 36% in ländlichen Gebieten. Nur 18% leben in kleinen Städten unter 20.000 Einwohner. 32% finden sich in Großstädten und in deren Speckgürtel.

E-Mobilität als disruptive Kraft

Der Mobilitätswandel bricht alte Strukturen auf. Lebensmitteldiscounter werden zu Tankstellenbesitzern für E-Mobile. Autoverkäufer und Autobauer werden zu Batterieherstellern und Mobilitätsanbietern. Mit dem flächendeckenden Roll-out von Elektroautos ändert sich nicht nur der Fahrzeugantrieb. Auch wirtschaftliche, soziale und gesellschaftliche Strukturen transformieren sich. Die Wallbox in der heimischen Garage dient schon heute als Energiespeicher. Tesla-Fahrzeuge verfügen über eine Flottenintelligenz, über die sich alle Fahrzeuge wechselseitig mit Verkehrsinformationen versorgen. Dadurch entstehen bereits heute neue Geschäftsmodelle sowie Mobilitäts- und Lebenskonzepote.

Warum setzt sich das Elektroauto in Zukunft nicht durch? Die acht Probleme der Branche

Trotz dieser zunächst positiven Faktenlage kommen unsere Analysten hinsichtlich der Zukunft des Elektroauto zu einer skeptischen Einschätzung. Es bestehen grundsätzliche Faktoren, die die Entstehung eines Megatrends E-Auto verhindern und verlangsamen. Acht Probleme haben unsere Analysten identifiziert.

1. Das Elektroauto ist zu teuer

E-Autos sind als Neuwagen rund ein Drittel teurer als konventionelle Verbrenner. Eine Batterie, auf die es acht Jahre Gewährleistung gibt,  kostet gleich mehrere Tausend Euro. Der Strom an öffentlichen Ladesäulen ist vielerorts bereits so teurer, dass der Fahrbetrieb mehr kostet, als wenn man Sprit im Tank hätte. Dazu kommt eine ungünstigere Restwertentwicklung und ein noch nicht entwickelter Gebrauchtwagenmarkt für alternative Antriebe.

2. Das Elektroauto ist nicht umweltfreundlich

Die Klimabilanz von Elektroautos ist nur unwesentlich besser als die eines PKW mit Verbrennungsmotors. Die Ursache: Deutscher Kohlestrom.
Die Klimabilanz von Elektroautos ist nur unwesentlich besser als die eines PKW mit Verbrennungsmotors. Die Ursache: Deutscher Kohlestrom.

Bei durchschnittlicher Nutzung stoßen E‑Autos pro Personenkilometer nur unwesentlich weniger CO2 aus als Benziner und Diesel (Studie UPI), weil noch auf Jahre hinaus deutscher Strom mit hohem Kohleanteil produziert wird. Dazu kommt die schlechte Ökobilanz vieler Leichtbaumaterialien (wie Aluminium) in der Herstellung, die eingesetzt werden müssen, um das hohe Gewicht der Lithium-Ionen-Batterien auszugleichen. Merke: Man tankt da, wo es günstig ist, nicht da, wo es sauber ist. Beim E-Auto kommt hinzu: Man tankt wenn man kann, nicht wenn man muss. Und kann dabei dann auch nicht auf Preis oder Ökobilanz schauen.

3. Elektroautos sind nicht alltagstauglich

Beispiel Gewicht und Reichweite: Hybride schleppen zwei Motoren mit sich herum, von denen meist nur einer gebraucht wird, und ein Getriebe, obwohl E-Autos das eigentlich nicht brauchen. Plug-In-Hybride haben sehr kleine Batterien und eine winzige rein elektrische Fahrleistung. Und schließlich kommen batterieelektrische Fahrzeuge auch nach jahrelanger Entwicklung nicht an die Mobilität von PKW mit Verbrennungsmotoren heran. Sie werden nach Ansicht von Experten auf Jahre hinaus nur einen relativ geringen Anteil am weltweiten Fahrzeugbestand ausmachen.

4. Die öffentlichen Lademöglichkeiten fehlen

Rahmenbedingungen wie leistungsfähige Stromnetze, Speichermedien mit hohen Kapazitäten sowie intelligent gesteuertes Laden und Autos zu erschwinglichen Preisen müssten erst gegeben sein, um die bislang von der Politik ausgegebenen ehrgeizigen Ziele zur E-Mobilität überhaupt erreichen zu können. Noch ist man davon weit entfernt, vor allem im Bereich öffentlich zugänglicher E-Ladesäulen. Während das Bild bei Autogas und Erdgas schon besser aussieht, ist es beim eigentlich vernünftigeren Wasserstoff noch desaströser (in puncto Tankstellennetz).

Die Ladeinfrastruktur für Elektroautos fehlt im öffentlichen Raum oft. Die erforderlichen Investitionen hierfür gehen in die Milliarden.
Die Lade-Infrastruktur für Elektroautos fehlt im öffentlichen Raum oft. Milliardeninvestitionen sind nötig, um diese aufzubauen.

5. Rasanter Preisverfall durch technischen Fortschritt

E-Autos werden seit Jahren nicht viel billiger, aber sie werden leistungsfähiger. Die Batterietechnik entwickelt sich rasch, was zu besserer Energiedichte und Leistungsausbeute führt (Speicherkapazität und Reichweite). Gleichzeitig werden die Ladevorgänge schneller. Bezahlt wird der rasche Fortschritt mit einem Preisverfall alter Batterien und E-Autos der letzten Generation, der deutlich höher ist als bei vergleichbaren Benzinern oder Dieseln. Kunden, die diese Problematik erkannt haben, wie etwa scharf kalkulierende Fuhrparkmanager, können also bei E-Autos leicht mit der Begründung abwinken, sie warteten auf die nächste Generation.

6. Hohe Abhängigkeit der Elektroauto-Hersteller

Ein Problem der E-Auto-Industrie ist die Abhängigkeit von Batterieherstellern und deren Rohstofflieferanten. Selbst der Preis des in ausreichender Menge verfügbaren Lithiums am Weltmarkt hat sich seit 2012 mehr als vervierfacht. Beim sehr raren Kobalt hält China ein Monopol. Dies (sowie arbeitsrechtlich-ethische und moralische Bedenken) zu umgehen, scheint derzeit nur möglich mit neuartigen, anders ausgebauten Batterien, oder anderer Basistechnologie (etwa Brennstoffzelle).

7. Die Recyclingproblematik ist ungelöst

Noch sind auf den Straßen wenige und junge E-Autos. Je erfolgreicher das E-Auto wird, desto größer wird aber das Problem: Die Lithium-Ionen-Batterie hält ca. 25 Jahre, wird im Auto aber maximal 8 Jahre oder bis zur Erreichung von 85 % Ladekapazität eingesetzt und dann ausgemustert. Das Recycling steckt noch in den Kinderschuhen, bislang wird vieles einfach verbrannt, weil das Zerlegen und die Rückgewinnung technisch aufwändig ist und sich noch nicht rechnet. Ausgemusterte Batterien als Zwischenspeicher (etwa im Smart Home) zu nutzen, ist (z.B. bei Nissan in Japan) über das Projektstadium noch nicht hinausgekommen.

Das Elektroauto hält nicht, was es auf den ersten Blick verspricht. Bisher ist es noch nicht umweltfreundlicher als Verbrenner. Selbst bei einem geringeren CO2-Ausstoß produzieren Stromer erhebliche ökologische Folgekosten aufgrund ihrer Batterien.

8. Die Gesellschaft ist nicht bereit für das E-Auto

E-Autos haben es im Markt nicht zuletzt deshalb schwer, weil sie unter typisch menschlichen Eigenschaften wie Geiz (wirtschaftliches Denken) und Bequemlichkeit (Erhaltung des Status Quo) leiden. Studien zufolge sagen zwar zwischen 20 und 35 Prozent der Befragten, sie wären bereit, ein E-Auto zu kaufen, aber sie nennen immer gleich mehrere Voraussetzungen, die erst noch erfüllt werden müssten. Das war auch in den späten 70er Jahren und frühen 90er Jahren so, als erst in Kalifornien und später in Deutschland erste Feldversuche mit E-Autos durchgeführt wurden. Damals wie heute sagten über 90 Prozent der Versuchsteilnehmer, sie würden ein E-Auto erst kaufen, wenn es eine mit dem Verbrenner vergleichbare Mobilität biete.

Fazit: Es gibt eine Alternative zum Elektroauto

Die Zukunft des Elektroautos ist ungewiss. Bisher spricht wenig dafür, dass es in den nächsten Jahren zu einem Megatrend E-PKW kommen wird. Die mediale und gesellschaftliche Aufmerksamkeit, die das Thema genießt, kann und darf aber nicht über die grundsätzlichen Probleme und die fehlende Reife der Technologie hinwegtäuschen.

Mit der Brennstoffzelle steht eine Alternative zur Verfügung, die viel Potenzial bietet. Auf dem G-20-Gipfel in Karuizawa hat das Gastgeberland und Automobilriese Japan bereits deutlich gemacht, dass es Wasserstoff als Zukunftstechnologie forcieren wird.


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Unser Trendradar Automobilindustrie behandelt auch das Elektroauto.

8 Antworten auf „Das Elektroauto hat keine Zukunft – Trendradar Autoindustrie“

  1. Und jetzt??? Angeblich soll sich doch schon VW zur E-Mobilitäts-Strategie bereit erklärt haben & auf e-Autos umstellen??? Oder nur Bluff???
    Ich denke-auch die Chinesen sind hinsichtlich ihren Entscheidungen auch NICHT viel weiter & bluffen nur hinsichtlich ihrer Bereitschaft in den E-Automarkt uneingeschränkt einzusteigen!

    1. Danke für Ihre Fragen. Alle großen Autobauer und die meisten Länder verfolgen technologie-offene Ansätze. In die Strategien fallen dann auch Plugin-Hypride und Wasserstoffautos. Vor dem Hintergrund der Probleme und Unsicherheiten mit den Elektroautos ist diese Strategie auch sinnvoll. Audi bietet z.B. den h-tron an: https://www.audi.com/de/experience-audi/models-and-technology/concept-cars/audi-h-tron-quattro.html. Und Daimler baut den GLC F-Cell: https://www.daimler.com/produkte/pkw/mercedes-benz/glc-f-cell.html. Es ist also keinesfalls entschieden, dass das batteriebetriebene Elektroauto kommt. Das Rennen ist offen und vieles spricht gegen die Stromer.

  2. Es ist schon interessant: Ein wissenschaftlicher Artikel mit Behauptungen und fehlender Quellenangabe zu diesen anzufertigen. Im Grunde ist das gesamte Leben schadstoffbelastet und nach Ihren Thesen hätte es sich nie durchgesetzt.
    Bitte liefern Sie aktuelle wissenschaftliche Quellen nach, die Ihre Analyse bestätigen. Fordere dies in Ihrem eigenen Interesse der Glaubwürdigkeit. Letztendlich ist es jedoch unerheblich welche Studien Sie zur Quellen erklären: Was sich in Zukunft durchsetzt oder nicht, das weiß nur die Zeit selbst.
    PS: Auch das Brennstoffzellenfahrzeug ist im Prinzip ein Elektroauto.

  3. Gut gemachter Artikel, leider mit gravierenden WIedersprüchen und Fehlern.

    Im Detail. Ich fange der Einfachheit hinten an.

    Die Brennstoffzelle wird als ‚Alternative mit viel Potential‘ gepriesen welche von den Japanern als ‚Zukunftstechnologie‘ forciert wird.
    Sicher schwenkt Toyota aus diesem Grund gerade auf batteriebetriebene Elektromobilität um.
    Hat der Author mal nachgeschaut, was ein Wasserstoffauto kostet?
    Sehr richtig wird im Artikel weiter oben postuliert, dass der Kunde dort kauft, wo es preiswert ist. Bei einem Wirkungsgrad von unter 20 % kostet das Fahren mit Wasserstoff mindestens das Dreifache an Energie, die Einrichtung einer H2 Tankstelle kostet mehr als 1 Million Euro und lädt ca. 40 PKW, danach darf der Wasserstofftankwagen nachfüllen.
    Eine einfache Rechnung macht klar, Brennstoffzelle im PKW wird sich nie durchsetzen.

    Die Innovationsgeschwindigkeit bremst den Kauf, weil sie mit einem Preisverfall schnell alternder Technoligie einhergeht.
    Deshalb werde sich die batteriebetriebene E-Mobilität nicht durchsetzen.
    Das leuchtet ein, war es doch bei Computern genau so…..
    Natürlich nicht.

    Warum gehen die Authoren immer wieder den selben Geschichten auf den Leim?

    Ich kann auch nicht in die Zukunft schauen und vorhersagen ob sich die E-Mobilität durchsetzt. An den vorgebrachten Argumenten allerdings wird es nicht scheitern.

  4. Wieder einer der Artikel, die durch einseitige Darstellung der Faktenlage nichts anderes bewirken sollen, Autokäufer zu verunsichern, damit sie sich dann doch lieber einen Diesel kaufen.

  5. Strom zum Fahren hat den Vorteil, dass die Qualität der Elektroenergie schon nahezu der benötigten mechanischen Energie entspricht (das engl. Wort power gilt für beides – Kraft und Strom).

    Die zum Fahren tauglichen Batterien sind noch gar nicht so lange verfügbar, deshalb ist das batterie-elektrische Fahren noch in den Anfängen!

    Bei allen anderen Mobilitäts-Technologien muss die elektrische/ mechanische Energie erst innerhalb des Fahrzeugs aus getankten Energieträgern erzeugt werden – dies gilt auch für die Brennstoffzellen mit Wasserstoff als Brennstoff.

    Einen Joker der Energiewende für das „elektrische“ Fahren gibt es bereits im Verborgenen: die bestehenden Biogasanlagen. Bei Stromüberschuss wird statt Strom zu erzeugen das Biogas gespeichert und/oder als Biomethan (in Erdgasqualität) in das Gasnetz eingespeist. An den heutigen Erdgastankstellen lässt sich dieses (noch nicht verstromte) Biomethan tanken. Mit einem herkömmlichen Erdgasauto kann man damit schon heute „elektrisch“ fahren – und dies mit einem Verbrennungsmotor! Bezogen auf die herkömmliche Biogas-Stromerzeugung ist dieses Fahren praktisch verlustfrei – dies ist also die einzige Möglichkeit, Strom verlustfrei zu speichern, wenn auch auf indirekte Weise.

    Wir werden einen Technologie-Mix erleben – der gesamte Nahverkehr (Pendlerfahrzeuge etc., rd. 50 % aller Fahrzeuge) wird elektrisch betrieben werden, mit möglichst kleinen Batterien. Fabrikneue Batterien für den Keller zum Stromspeichern lehnen wir ab, diese gehören in die E-Fahrzeuge und erst dann, im gebrauchten Zustand, kommen sie in die stationäre Nutzung.

  6. Ich verstehe den Artikel nicht, vielleicht kann mir jemand helfen: Es geht darum, dass das Elektroauto keine Zukunft hat, oder?

    Argument 1:
    Das Elektroauto als Neuwagen ist zu teuer. Sehe ich auch so. Das gilt für jetzt. Warum das in Zukunft so bleiben muss, wenn Batterieforschung und Skaleneffekte diesen wichtigen Bestandteil besser und günstiger machen, verstehe ich nicht.

    Argument 2:
    Das Elektroauto ist nicht umweltfreundlich. Und dann steht da, dass das am Kohlestrom liegt. Wenn in ZUKUNFT also der Kohleausstieg gelingt, …
    Und was ist mit anderen Ländern mit einem günstigeren Energiemix?
    Außerdem steht da noch was von Aluminium. Das kenne ich vom Audi Space Frame – war ne große tolle deutsche Innovation im Automobilbau, wenn ich mich recht erinnere. Alu kann man doch auch prima recyceln, oder? Aber ob in meiner Zoe überhaupt so viel Alu drin ist?

    Argument 3:
    Elektroautos sind nicht alltagstauglich. Und dann geht es gar nicht um Elektroautos, sondern es werden Hybridautos beklagt, weil sie Hybridautos sind, also zwei Antriebssysteme haben.
    Elektroautos haben nach „jahrelanger“ Entwicklung nicht die Mobilität wie Verbrenner? Schon einmal mit einem Tesla gefahren? Wie viele Jahre Entwicklungszeit hatten die? Und seit wann gibt es Verbrenner? Steht nicht den deutschen Qualitäts-Automobilherstellern der Schweiß auf der Stirn, weil Tesla so viel Dampf macht?

    Argument 4: Lademöglichkeiten fehlen.
    Heute reichen sie für die gegenwärtige Zahl an Elektroautos aus. Aber es geht doch um die Zukunft, oder? Vielleicht kann man noch welche aufstellen, bevor der ganzen Elektromobilität keine Zukunft bescheinigt wird. Nur so eine Anregung…

    Argument 5: Rasanter Preisverfall
    Lauter gute Punkte werden aufgeführt, warum Elektroautos eine Zukunft haben. Ich gewinne den Eindruck, dass die Überschrift ironisch gemeint ist und den Leser herausfordern soll, das Gegenteil der Überschrift zu erkennen. Es wird großer technischer Fortschritt attestiert, aber gleichzeitig ein starker Wertverlust erkannt. Für den Neuwagenkäufer lasse ich das Argument als Nachteil stehen, aber für Gebrauchtwagenkäufer, denen Elektroautos als Neuwagen zu teuer waren (Argument 1), wird die Nutzung doch genau dadurch ermöglicht. Nur so haben alle Einkommensschichten die Möglichkeit, auf Elektroautos umzusteigen, oder?

    Argument 6: Da steht, Lithium sei ausreichend verfügbar. Super! Das dem nicht so sei, war immer meine Sorge. Kobalt kann man wohl substituieren durch andere Batterietechnologien.
    Amüsant finde ich, dass die Abhängigkeit von Rohstofflieferanten die Zukunft von Elektroautos gefährden soll. Wenn ich das auf Verbrenner übertrage… die Preisschwankungen von Öl, die Abhängigkeit von Traum-Ländern wie Saudi Arabien, Lybien, Venezuela, Iran, … wenn ich jetzt Begriffe wie „arbeitsrechtlich-ethisch“ und „moralisch“ einwerfe und an die durch Öl ausgelösten Kriege und Umweltkatastrophen denke –

    Aber im Ernst: Warum pachtet sich dann kein deutsches Unternehmen im Kongo ein Schürfgebiet und baut dort mit deutschen Standards das wertvolle Kobalt ab? Dann macht es eben China.

    Argument 7: Nicht stattfindendes Recycling. Es geht um die Zukunft von Elektroautos, oder? Kriegen wir da ein Rohstoffproblem, oder nicht? Und wenn ja, warum sollte man Batterien dann nicht recyceln?

    Argument 8: Die Gesellschaft ist nicht bereit für das E-Auto. Vielleicht HEUTE.
    Jede neue Baureihe eines E-Autos wird besser sein, als die Gegenwärtige, und eine größere Akzeptanz erfahren. Außerdem fällt mir der Absatz ganz oben ein: „Elektroautos erfreuen sich besonders bei Personen zwischen 18-39 Jahren großer Beliebtheit. 80% der Jungen könnten sich den Kauf eines Stromers vorstellen.“

    Fazit:
    Im Fazit wird als Alternative das Wasserstoff-Auto angeboten, dessen Tank-Infrastruktur laut Argument 4 desaströs ist, schlechter als die aller anderen genannten Alternativen.
    Auch Fazit: Die Zukunft ist ungewiss. Ich glaube, das gilt generell. Und obwohl die Stückzahlen verkaufter Elektroautos rasant steigen, wird der Mega-Trend der Technologie verneint.

    Bei so vielen Widersprüchen und Ungereimtheiten in nur einem Artikel frage ich mich immer: Warum? Der Autor scheint intelligent und gebildet genug, um wesentlich bessere Argumente zu liefern. Warum also spricht er den Elektroautos die Zukunft ab? Selbst unsere Hersteller investieren jetzt Milliarden in die Technologie und wollen eine oder mehrere Batteriefabriken bauen. Was soll dieser Artikel? Was für eine Motivation treibt den Autor?

    Ich jedenfalls bin sehr zufrieden mit meinem Elektroauto und würde nicht mehr zurück zu einem Verbrenner wollen!

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