Wettbewerbsanalyse: Wirtschaftsstandort Deutschland und passive Politik

Die Probleme für den Wirtschaftsstandort Deutschland zeichnen sich schon seit ein paar Jahren ab. Zwar entwickelt sich die Wirtschaft in Deutschland trotz sich verschlechterndem weltwirtschaftlichem Klima aktuell robust. Aber die Wettbewerbsfähigkeit lässt sukzessiv nach. Dies zeigt das Wettbewerbsranking des renommierten Lausanner International Institute for Management Development (IMD). Deutschland liegt hier nur noch auf Rang 17.

Das IMD World Competitiveness ranking 2019: Der Wirtschaftsstandort Deutschland taucht in den Top-Ten nicht mehr auf.
Das IMD World Competitiveness ranking 2019: Der Standort Deutschland taucht in den Top-Ten nicht mehr auf.

Im Jahr 2014 sah dies noch ganz anders aus. Da belegte der Wirtschaftsstandort Deutschland einen ordentlichen 6. Rang. Seitdem befindet sich Deutschland in einem steilen Abwärtstrend. Die deutsche Wirtschafts- und Finanzpolitik muss sich deshalb fragen lassen: Wurden die Warnsignale erkannt und handeln die Politiker dementsprechend zukunftsorientiert?

Zukunftsblindheit: Politik bleibt passiv

Derzeit ist in der deutschen Politik aber noch keine Reaktion zu sehen. Die Experten des Handelsblatt Research Institute diagnostizieren eher eine Zukunftsblindheit in der deutschen Wirtschafts- und Finanzpolitik. Wichtige Reformen kommen nicht voran. Eine Stärkung der Binnennachfrage, die aktuell überwiegend das Wachstum treibt, bleibt aus. Außerdem gilt es, die Unternehmenssteuern zu senken und kräftig in das Bildungssystem zu investieren. Die Digitalisierung steckt oft in den Kinderschuhen und eine öffentliche Förderung bleibt aus.

Methode der Wettbewerbsanalyse

Um das Ranking zu ermitteln, unternimmt das Lausanner Institute große Anstrengungen. Es wertet 235 Indikatoren aus, unter anderem:

  • die gesamtwirtschaftliche Entwicklung,
  • die Ausstattung der Infrastruktur,
  • die Effizienz der Abläufe in der öffentlichen Verwaltung,
  • die Effizienz der Abläufe in den Unternehmen sowie
  • Umfragedaten von Führungskräften zu Themen wie sozialem Zusammenhalt, Globalisierung und Korruption.

Die besten Wirtschaftsstandorte weltweit

Die Top-Position hat Singapur errungen. Die Business School erklärt dies unter anderem mit

  • der fortschrittlichen technologischen Infrastruktur,
  • der guten Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte,
  • den wirtschaftsfreundlichen Einwanderungsgesetzen und
  • effizienten Möglichkeiten zur Unternehmensgründung.

Dass sich Hongkong auf Platz zwei behaupten konnte, machen die Studienautoren an günstigen steuerlichen und unternehmenspolitischen Rahmenbedingungen sowie einem guten Zugang zu Unternehmensfinanzierungen fest.

Beispiele für die deutsche Politik gibt es folglich genügend. Aus passivem verharren muss bloß noch aktives Handeln werden.


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