Italien: Das Sorgenkind in Europa

Italien hat mit vielen Problemen zu kämpfen: Die Arbeitslosigkeit ist hoch, die Wirtschaft wächst schlecht oder gar nicht, und das Land streitet heftig mit der EU. Wie hoch ist das Risiko, das von Italien eine neue Finanzkrise in Europa ausgeht? Ein Beitrag von Handelsblatt Intelligence.

Italien hat sich erst einmal aus der Rezession befreit. Die drittgrößte Ökonomie der Eurozone wuchs im ersten Quartal 2019 um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Das ist erfreulich und überraschend zugleich, denn die aktuelle Regierung trägt dazu wenig bei. Die Koalitionsregierung in Italien wirkt eher desolat.

Immerhin will die zerstrittene Regierungskoalition ein Wachstumspaket auflegen. Vorgesehen sind unter anderem Schuldenerleichterungen für die Kommunen.

Außerdem sollen Anleger entschädigt werden, die von der jüngsten Bankenkrise in Italien betroffen waren. Viele Kleinaktionäre mussten ihre Gelder abschreiben, die sie in die Banken Popolare di Vicenza und Veneto Banca angelegt hatten. Denn die Institute wurden im Jahr 2017 abgewickelt. Aktuell steht die Regionalbank Banca Carige im Fokus.

Italien bleibt damit ein Sorgenkind in Europa. Dies gilt um so mehr, weil unverändert inbesondere die hohen Schulden belasten. So wuchs der Schuldenstand im vierten Quartal 2018 auf 132,2 Prozent in Relation zum Bruttoinlandsprodukt. Die Quote war damit einen Prozentpunkt höher als Ende 2017.

Die Wachstumsprognosen für Italien sind schlecht. Das Statistikamt Istat senkte die Wachstumsprognose für dieses Jahr auf 0,3 Prozent. Im November war das Amt noch von 1,3 Prozent ausgegangen. Die EU-Kommission erwartet sogar nur 0,1 Prozent. Die Regierung selbst spricht von 0,2 Prozent.

Gleichzeitig gehen Experten davon aus, dass mehr Menschen arbeitslos werden. Das Statistikamt rechnet mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit auf 10,8 Prozent.

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